Immobilienverband IVD West

NRW-Büromieten leicht verteuert, Ladenmieten weiter unter Druck

Der Preisspiegel für Gewerbeimmobilien 2019 des IVD West bildet die aktuellen Trends am Immobilienmarkt für Büro- und Ladenmieten sowie die Preise für Gewerbegrundstücke in NRW ab. Die Gesamtentwicklung zeigt sich weitestgehend stabil. Nur bei den Büromieten in Städten mit mehr als 300.000 Einwohnern ist ein Preisanstieg von vier Prozent zu verzeichnen. In kleinen Kommunen stagnieren in diesem Segment allerdings die Preise. Weiterhin hat der Immobilienverband Deutschland, Region West, festgestellt, dass bei den Mieten für Ladenflächen landesweit im Durchschnitt kaum Bewegung herrscht, teilweise gaben die Preise nach. Die Kaufpreise für Gewerbegrundstücke steigen landesweit weiter an.

Die Situation auf dem Gewerbeimmobilienmarkt in Nordrhein-Westfalen skizziert Axel Quester aus Duisburg, Vizepräsident des IVD Bundesverbands, folgendermaßen: „Im Bürosegment haben wir es weiterhin mit einer denkbar knappen Leerstandsquote zu tun. Die Nachfrage ist in fast ganz NRW allerdings relativ lebendig. Ganz im Gegensatz zu den Ladenflächen für den Einzelhandel: Hier ist die preisliche Talsohle noch nicht erreicht, der Druck aus dem Onlinehandel ist unvermindert stark. Positiv zu bewerten ist die Entwicklung bei den Gewerbeflächen, wo besonders im Ruhrgebiet die Quadratmeterpreise deutlich anziehen. Einzige Ausnahme ist hier Bochum mit einem klaren Überangebot.“

Die Büromieten haben sich in den meisten Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen durchschnittlich leicht verteuert. Nur in einzelnen Kommunen wie Detmold, Solingen oder Minden kam es zu deutlicheren Preissteigerungen von teils zweistelligen Prozentwerten. Bei den Großstadtpreisen fallen besonders Bochum und Essen auf: Hier steigen die Büromieten um bis zu 10 Prozent. Auf den anderen Büromärkten wie in Bonn und Duisburg herrscht nahezu Preisstillstand. In kleineren Kommunen (mit weniger als 50.000 Einwohnern) blieben die Mieten bei Preisveränderungen um die 1-2 % weitgehend unverändert – bei einigen wenigen Ausreißern wie Mettmann, Soest oder Schmallenberg mit einem teils deutlich zweistelligen Plus.

Allerdings ist auch in einigen Berichtskommunen eine gegenläufige Entwicklung zu beobachten. Abschläge bei den Büromieten verzeichnen beispielsweise Dormagen und Bergheim. Negativer Spitzenreiter ist hier Radevormwald Im Oberbergischen Kreis. In der 25.000-Einwohner-Stadt fielen die Büromieten im guten Nutzungswert um 14 Prozent.

Das Segment der Ladenmieten ordnet Axel Quester folgendermaßen ein: „Unsere Prognose für die Einzelhandelsmieten im Ruhrgebiet: Für die Zukunft erwarten wir keine große Preisentwicklung, die Mieten sind weiter stagnierend, mit allenfalls kleinen Korrekturen, geprägt von Handelsentwicklungen in den jeweiligen Einzelmärkten. Das aktuelle Mietniveau ist uneinheitlich, am oberen Ende des Rankings zeigt sich der Dortmunder Markt. Mit seiner Strahlkraft in die angrenzend ländlichen Regionen und mit wenig Konkurrenz von Einkaufszentren auf der grünen Wiese hat sich die Dortmunder Innenstadt einzelhandelstechnisch gut entwickelt.“

NRW-weit ist eine nennenswerte Bewegung der Ladenmieten allenfalls in den Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern zu verzeichnen. Besonders hervorzuheben ist hier Bielefeld mit durchschnittlichen Preissteigerungen von 9 Prozent. In der Landeshauptstadt Düsseldorf stagnieren die Mieten in den Top-Lagen bei einem Wert von 290 Euro/m². Im hochpreisigen Segment der Luxusgüter bleibt die Düsseldorfer KÖ mit ihrer Exklusivität auch international eine renommierte Einkaufsstraße, während die Kölner Mittelstraße selbst im bundesweiten Vergleich gehobener Shoppingmeilen noch Potential nach oben behält. Im Ruhrgebiet gab es die deutlichsten Veränderungen in Bochum. Dort kam es selbst in Toplagen erneut zu teils zweistelligen Abschlägen. In Duisburg verzeichnet der IVD West Preisnachlässe in allen Lagen. Essen tendiert als einzige Stadt an der Ruhr durchgehend leicht positiv.

Bei den mittelgroßen Städten (100.000 bis 300.000 Einwohner) bilden Aachen und Neuss die Märkte mit den höchsten Preisabschlägen. Dort gaben die Preise über alle Lagen nach, teilweise bis zu 16 Prozent. Die Ladenmieten in kleineren Städten waren regionalen Schwankungen unterlegen, blieben aber weitestgehend preisstabil. Dabei sind Gemeinden mit günstiger Anbindung an die Ballungszentren naturgemäß gegenüber ländlicheren Gemeinden im Vorteil.

Die Quadratmeterpreise für Gewerbegrundstücke in Nordrhein-Westfalen stiegen durchschnittlich leicht an. Dennoch kam es vereinzelt zu deutlicheren Preisveränderungen: Bei den Großstädten über 300.000 Einwohner stiegen in Bielefeld, Düsseldorf und Köln die Preise um zweistellige Prozentwerte an. Auch in Duisburg waren größere Steigerungen (bis zu 12 %) zu beobachten. In Köln, Duisburg und Essen werden Quadratmeterpreise von 160 bis 210 Euro/m² und in Dortmund unverändert 140 Euro gemeldet. In einigen Mittelstädten waren stärkere Preisveränderungen erkennbar. So stiegen in Gelsenkirchen die Preise um bis zu 17 Prozent – genauso wie in Bergheim und Ratingen. Auch in Neuss stiegen die Preise um 8 bis 10 Prozent. Kerpen zeigte sich besonders lebhaft mit einer Durchschnitts-Steigerung von 16 Prozent.
Ratingen verliert erstmals seit Jahren mit 350 EUR/m² seinen Spitzenplatz an Düsseldorf, wo mit 365 EUR/m² der kostspieligste Boden für Gewerbegrundstücke in ganz NRW zu haben ist.

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