Immobilienverband IVD West

Mieten und Immobilienpreise in Rheinland-Pfalz mit einem Plus von drei bis sechs Prozent

(Mainz, 06.06.2018) Geringe Steigerungsraten bei den Wohnungsmieten, Kaufimmobilien verteuerten sich in den letzten zwölf Monaten durchschnittlich: Der Immobilienmarkt in Rheinland-Pfalz befindet sich weiterhin in einer Phase der Konsolidierung. So stiegen die Preise für Einfamilienhäuser im Landesdurchschnitt um 4,6 Prozent, Eigentumswohnungen sind 6,1 Prozent teurer als im Vorjahr. Der Anstieg der Mieten um nur 3,5 Prozent fällt erneut geringer aus als prognostiziert. Dies geht aus dem Immobilien-Preisspiegel Rheinland-Pfalz 2018 des Immobilienverbands Deutschland, IVD West, hervor.

Im Jahr 2018 sind deutlich gestiegene Immobilienpreise und Mieten nicht mehr länger nur ein Phänomen der Metropolregionen. „Die Nachfrage ist inzwischen auch in der Fläche angekommen“, kommentiert Andreas Schnellting, Stellv. Vorsitzender des IVD West. Die Speckgürtel weiten sich aus – und selbst in Regionen wie der Westpfalz, der Südeifel oder dem Westerwald sind kaum mehr Preisabschläge festzustellen. Eine belastbare Prognose für kommende Entwicklungen offenbart ein Blick auf die Baulandpreise. Hier weist der aktuelle Preisspiegel keinen einzigen Minuswert aus. Im Gegenteil: Auch in kleinen Provinzkommunen verteuern sich die Preise meist spürbar, mindestens blieben sie aber stabil.

Preise für Kaufimmobilien
Um durchschnittlich 5,75 Prozent stiegen die Eigenheimpreise in den Städten mit über 40.000 Einwohnern. Die exorbitanten Preissprünge der vergangenen Jahre waren allerdings nicht mehr zu beobachten. In Worms (+ 12 %) und Koblenz (+ 11 %) waren noch die deutlichsten Veränderungen erkennbar. Während in der Landeshauptstadt Eigenheime in sehr guten Lagen mit 685.000 Euro 5 Prozent teurer tendierten und auch in Trier mit einem Plus von 4 Prozent eher moderate Veränderungen zu beobachten waren, stiegen in Neuwied in diesem Segment die Preise von 250.000,- auf 290.000,- Euro (+ 16 %). Vergleichsweise günstig sind die besten Lagen von Pirmasens mit Hauspreisen von um die 240.000,- Euro. Durchweg stabil hielten sich die Preise für freistehende Einfamilienhäuser in Landau. Zu Preisrückgängen kam es in keiner der größeren Städte.

Bei den kleineren Städten und Gemeinden mit bis zu 40.000 Einwohnern präsentiert sich ein sehr uneinheitliches Bild. Lediglich in Bad Dürkheim, Idar-Oberstein und Sinzig waren starke Preisveränderungen im zweistelligen Prozentbereich zu erkennen. In Andernach stiegen die Eigenheimpreise in sehr guten Lagen von 430.000 Euro auf 440.000 Euro (+ 2 Prozent). In den sehr guten Lagen von Bingen stiegen sie von 680.000 Euro auf 690.000 Euro (+ 1 Prozent). Keinerlei preisliche Bewegung hingegen wurde in Remagen und in Germersheim beobachtet.
Auch in vielen kleinen Kommunen in ländlichen Regionen stiegen die Preise, wenn auch die großen Ausreißer fehlen.

Eigentumswohnungen aus dem Bestand sind in Städten mit über 40.000 Einwohnern deutlich teurer geworden. Im Landesschnitt legten die Preise um ca. 6,5 Prozent zu. In mittleren Lagen in Bad Kreuznach sind Steigerungen von 10 Prozent zu verzeichnen gewesen, in Worms sogar 11 %. Selbst in einfachen Lagen in Ludwigshafen waren Zuwächse um 13 Prozent zu verzeichnen. Anstiege sind ebenfalls im Neubausegment erkennbar, wenn auch ohne die Dramatik der Vorjahre. So stiegen in diesem Bereich die Quadratmeter-Preise in sehr guten Lagen in Koblenz um 10 Prozent (auf 4.400 Euro) und in Speyer um 7 Prozent (auf 4.400 Euro). Durch die starke Nachfrage kam es selbst in den kleineren Städten von 6.000 bis 40.000 Einwohnern nicht zu Preisrückgängen im Segment der Neubau-Eigentumswohnungen. Bemerkenswerter Aufsteiger im IVD-Preisspiegel ist hier Zweibrücken mit Preissteigerungen zwischen 9 und 13 Prozent.

Wohnungsmieten
In den größeren Städten von Rheinland-Pfalz stiegen die Mietpreise in Häusern, die nach 1948 gebaut wurden, durchschnittlich um knapp 3 Prozent an. Im Segment Neubau/Erstbezug in guter Lage stiegen die Preise beispielsweise in Frankenthal und Neustadt um jeweils 4 Prozent und liegen damit genau im Durchschnitt aller Werte. Die Mieten für gut gelegene und gut ausgestattete Wohnungen im Bestand blieben stabil – außer in Neuwied, Koblenz und Pirmasens (+13 bis +20 %). Im Segment der Altbauten, die vor 1948 gebaut wurden, stiegen die Preise in Bad Kreuznach in guten Lagen um 2 Prozent und in Worms um 3 Prozent. In kleineren Gemeinden und Städten wurden neue Mietverträge vielerorts nur geringfügig höher abgeschlossen als im Vorjahr. Die Mietpreise für Bestandswohnungen in mittleren Lagen stiegen um 3 Prozent in Grünstadt und um 2 Prozent in Idar-Oberstein.
Die teuersten Mieten zahlt man wie im vorherigen Jahr in Neubau-Erstbezug in guten Lagen von Mainz mit 14 Euro pro Quadratmeter (+ 8 %). Zum Vergleich liegt die entsprechende Miete in Wiesbaden jedoch knapp einen Euro höher. In Bodenheim muss man 12,50 Euro und in Ingelheim 11,00 Euro einkalkulieren. Die günstigsten Mieten im Neubau findet man laut IVD-Preisspiegel in Kirchberg im Hunsrück mit 4,00 Euro.

Gewerbeimmobilien
Im gesamten Bundesland gab es – bis auf einzelne, regionale Ausreißer - wenig Bewegung bei gewerblichen Mietpreisen. Die Ladenmieten behaupteten sich weitestgehend, hier und da waren sogar Preisnachlässe zu verzeichnen. Augenfällig war die Entwicklung in den 1A-Lagen von Großstädten wie Mainz, Koblenz und Ludwigshafen, wo es teilweise zu deutlichen Rückgängen kam.
Die Büromieten hingegen verteuerten sich landesweit um durchschnittlich knapp 2 Prozent. In den Großstädten verharrten die Preise weitestgehend auf Vorjahresniveau, nur in Bad Kreuznach war erneut ein durchschnittlicher Preissprung von über 10 Prozent feststellbar.

Kommentare sind geschlossen.