Immobilienverband IVD West

Wohnungsmieten im Ruhrgebiet steigen um 4,1 Prozent, Eigenheimpreise um 3,1 Prozent

Die Mieten für Wohnraum sind in der Region zwischen Duisburg und Dortmund in den letzten zwölf Monaten im Durchschnitt um 4,1 Prozent (Vorjahr: + 3,7 %) gestiegen. Den größten Sprung machten dabei die Mieten in Gelsenkirchen und Essen. Für eine 3-Zimmer-Wohnung von mittlerem Wohnwert stiegen sie dort um 5 Prozent. Auch in Bochum und Dortmund ist ein lebendiger Markt zu beobachten mit Mietsteigerungen von um die 3,5 Prozent. Stagnation auf dem Mietmarkt jedoch ist in Städten wie Oberhausen, Mülheim oder Bottrop zu verzeichnen. Dies geht aus dem Preisspiegel NRW-Wohnimmobilien 2019 des Immobilienverbands Deutschland, IVD West, hervor. Die daraus vorab veröffentlichten Zahlen für das Ruhrgebiet wurden heute in Essen vorgestellt.

Mit durchschnittlich 8,- Euro pro Quadratmeter (+ 5 %) liegt Essen bei der Nettokaltmiete im mittleren Wohnwert an der Spitze des Mietpreisrankings im gesamten Ruhrgebiet. Auf Platz zwei kommt hier Dortmund, wo in die-sem Segment eine Durchschnittsmiete von 6,80 Euro verlangt wird. Mit durchschnittlichen 6,75 Euro liegt hier Hagen (+ 4 %) nur unwesentlich dahinter. Alle Werte sind Schwerpunktpreise und bilden die Situation im jeweils gesamten Stadtgebiet ab. Zum Beispiel auch in Duisburg, wo im Untersuchungszeitraum eine Stagnation bei der mittleren Miete zu be-obachten war.
Besonders günstige Mietwohnungen gibt es nach wie vor in Gelsenkir-chen. Dort wird in einfachen Altbauten um die 3,50 Euro Nettokaltmiete verlangt. Am oberen Ende der Mietpreisskala liegt der Essener Süden mit 14,- Euro für sehr gute Neubauwohnungen.

Preise für Kaufimmobilien steigen leicht
Im Bereich der Kaufimmobilien profitiert das westliche Ruhrgebiet weiter-hin von den Entwicklungen an der Rheinschiene. Doch auch in Dortmund und Bochum ist kein Stillstand in Sicht. Dazu motivieren die auf niedrigem Niveau verharrenden Zinsen nicht nur private Nutzer zum Eigenheimerwerb. Die Immobilie als Geldanlage ist ein beständiger Wert und zieht eine größer werdende Zahl an Investoren an. Dies kommt wiederum der gesamten Region zu Gute und stabilisiert nachhaltig die Nachfrage nach Wohnraum im Ruhrgebiet. In den vier Großstädten Bochum, Dortmund, Duisburg und Essen stiegen die Preise für Eigenheime im vergangenen Jahr im Durchschnitt um 3,5 Prozent. Eigentumswohnungen aus dem Bestand verteuerten sich dort durchschnittlich sogar um mehr als 5 Prozent.

Bei Eigentumswohnungsprojekten im Neubau-Luxussegment waren wie im Vorjahr noch einmal deutliche Preissprünge zu verzeichnen, insbesondere in den mittelgroßen Städten. So stiegen die Preise beispielsweise in Oberhausen um 10 Prozent und in Gelsenkirchen um 12 Prozent. Mit Quadratmeterpreisen von 2.800 Euro liegt man dort aber noch weit entfernt vom Luxuslagen-Spitzenreiter, dem Essener Süden mit 4.600 Euro.
Der Preisspiegel des IVD West weist aus, dass auch im mittleren Qualitätssegment die Preise für Eigentumswohnungen aus dem Bestand insgesamt wieder etwas angezogen haben. Die größte Steigerung ist hier in Mülheim zu beobachten (+ 9 %). In Dortmund bildet der Quadratmeter-preis mit 1.600 Euro (+ 3 %) in mittelguten Lagen die Spitze in der gesamten Region, knapp gefolgt von Hagen mit 1.500 Euro.

Auf dem Markt für Einfamilienhäuser ist die Entwicklung moderater. Parallel zum Preisanstieg in den Großstädten sind in mittleren und kleineren Kommunen Steigerungsraten von 2 bis 4 Prozent zu beobachten. Während in Bottrop die Preise stabil blieben, kam es in Dortmund zu Verteuerungen von 1 bis 9 Prozent in den verschiedenen Lagen. Dass sich Einfamilienhäuser wie in Bochum und Herne um durchschnittlich 2 bis 4 Prozent verteuerten, steht stellvertretend für die Gesamtentwicklung an der Ruhr. Ausreißer ist Gelsenkirchen mit teils zweistelligen Preissteigerungsraten. Den höchsten Schwerpunktpreis für ein freistehendes Eigenheim müssen Verbraucher aktuell mit 930.000 Euro im Essener Süden zahlen.

Die großen Vier im Detail
In Bochum stieg die Miete im Schnitt – über alle Lagen und Baujahre – in den letzten zwölf Monaten um 4 Prozent. Eigenheime verteuerten sich um 2,5 Prozent und Neubau-Eigentumswohnungen um 4,5 Prozent. Die Preise für Baugrundstücke stiegen um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Dortmunder Markt tendierte etwas dynamischer. Die Mieten stiegen im stadtweiten Schnitt um 3,4 Prozent, die Preise für Einfamilienhäuser um 4,7 Prozent. Neubau-Eigentumswohnungen waren 6,3 Prozent teurer und bei Baugrundstücken ist ein Plus von 5,7 Prozent zu verzeichnen.
Duisburg bietet ein uneinheitliches Bild. Während bei Mieten (+ 2,4 %), Eigenheimen (+ 1,3 %) und Eigentumswohnungen (+ 1 %) nur leichte Preissteigerungen zu verzeichnen waren, ist bei Baugrundstücken mit 4,5 Prozent eine deutliche Verteuerung zu beobachten – wobei hier der Fokus auf den besseren Lagen liegt.
In Essen ist traditionell ein anderes Segment stark: Die Preise für neu ge-baute Eigentumswohnungen stiegen im Durchschnitt um 8,3 Prozent – die höchste Steigerungsrate in der gesamten Region. Einfamilienhäuser notieren mit einem Plus von 4,3 Prozent und Baugrundstücke mit einem Plus von 5,6 Prozent. Die durchschnittliche Miete in Essen liegt aktuell um 5,9 Prozent höher als im Vorjahr.

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