Immobilienverband IVD West

Uneinheitliche Entwicklung auf dem Gewerbeimmobilien-Markt NRW

Der Markt für Gewerbeimmobilien in NRW ist in viele Segmente aufgesplittet, die sich preislich wiederum von Region zu Region stark unterscheiden. So tendieren einerseits die großen Bürostandorte an Rhein und Ruhr relativ stabil, während Ladenmieten auf breiter Front unter Druck geraten sind. Die höchsten Preise für Gewerbeflächen werden in Düsseldorf und in Ratingen erzielt. Dies geht aus dem Preisspiegel Wohn- und Gewerbeimmobilien NRW 2021 des Immobilienverbands Deutschland, IVD West, hervor, in dem die aktuellen Immobilienpreise für 129 Städte und Gemeinde dargestellt werden.

Bei den Netto-Kaltmieten für gut ausgestattete Büroflächen lag im Berichtszeitraum Düsseldorf an der Spitze des Preisrankings. Pro Quadratmeter werden in der Landeshauptstadt in diesem Segment 23,30 Euro verlangt. Auf Platz zwei liegt Köln mit 18,50 Euro Büromiete. Als dritte große Stadt an der Rheinschiene weist Bonn eine Miete von 16,80 Euro aus. Der inzwischen teuerste Bürostandort im Ruhrgebiet ist dank reger Neubautätigkeit Duisburg. Hier werden im guten Nutzungswert Büromieten von 14,50 Euro gezahlt.
Für vergleichbare Flächen werden in Herne hingegen nur 5,25 Euro für den Quadratmeter verlangt - der günstigste Wert in NRW.

Die Top-3 unter den Einkaufsstädten in NRW sind Düsseldorf, Dortmund und Köln. Dies belegen nicht zuletzt die höchsten Ladenmieten mit mehr als 200,- Euro pro Quadratmeter in den besten Lagen der Innenstädte. Ebenfalls beliebt sind die Einkaufsmeilen von Bielefeld, Bonn, Essen und Münster. Dort liegen die entsprechenden Werte zwischen 120,- und 160,- Euro. Dagegen unterschreiten die Ladenmieten in den 1-A-Lagen kleiner Städte und Gemeinden häufig den Wert von 10,- Euro/qm. Beispielhaft seien hier Brilon, Erftstadt, Swisttal oder Wesseling genannt.
An Mietpreisen von lediglich 2,- Euro/qm in weniger guten Lagen von Städten wie Altena, Bergheim oder Gütersloh lässt sich allerdings ein strukturelles Problem des Einzelhandels erahnen.

Die NRW-weit teuersten Gewerbeflächen wurden in den vergangenen zwölf Monaten in Düsseldorf verkauft. Dort kosten Baugrundstücke in Industrie- und Gewerbegebieten im guten Nutzungswert 440,- Euro pro Quadratmeter. Auf Platz zwei folgt Ratingen mit einem Kaufpreis von knapp unter 400,- Euro. Der Abstand zu St. Augustin, das mit 265,- Euro auf dem dritten Platz liegt, ist doch recht deutlich. Köln kommt mit immerhin 260,- Euro Kaufpreis/qm nur auf Platz 4.
Die kleine Gemeinde Nottuln im westlichen Münsterland liegt mit 45,- Euro am Ende des Preisrankings.