Immobilienverband IVD West

Leichte Mietsteigerungen in Rheinland-Pfalz, Immobilien verteuern sich um 5 Prozent

Geringe Steigerungsraten bei den Wohnungsmieten, Kaufimmobilien verteuerten sich in den letzten zwölf Monaten durchschnittlich: Der Immobilienmarkt in Rheinland-Pfalz befindet sich weiterhin in einer Phase der Konsolidierung. So stiegen die Preise für Einfamilienhäuser im Landesdurchschnitt um 5 Prozent, Eigentumswohnungen sind 5,9 Prozent teurer als im Vorjahr. Der Anstieg der Mieten um nur 3,4 Prozent fällt erneut geringer aus als prognostiziert. Dies geht aus dem Immobilien-Preisspiegel Rheinland-Pfalz 2019 des Immobilienverbands Deutschland, IVD West, hervor.

Steigerungsraten von Mieten und Kaufpreisen im teils zweistelligen Prozentbereich waren ein Kennzeichen der vergangenen Jahre. Besonders die Märkte in den Metropolregionen schienen überhitzt. „Diese Entwicklung wird in unserem Bundesland nun im zweiten Jahr in Folge eingebremst“, analysiert Andreas Schnellting, Stellv. Vorsitzender des IVD West aus Kusel. Am Beispiel der Wohnungsmieten lässt sich dies belegen: In den größeren Städten in Rheinland-Pfalz (mehr als 40.000 Einwohner) ist nur noch ein unterdurchschnittlicher Anstieg von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. So hat sich die Situation in Koblenz, Ludwigshafen und Neustadt/Weinstraße spürbar entspannt. Allerdings lässt sich ein stärkerer Preisaufschwung in den kleinsten Kommunen des Landes beobachten. Schnellting erklärt: „Dies ist einem gewissen Nachholeffekt geschuldet, kommen die Preise doch von einem eher niedrigen Niveau.“ Der durchschnittliche Steigerungswert der Wohnungsmieten in Gemeinden mit weniger als 6.000 Einwohnern beträgt 4,2 Prozent. Einzelne Orte wie Kaisersesch oder Ulmen weisen sogar zweistellige Steigerungsraten auf.

Preise für Kaufimmobilien
Um durchschnittlich 5 Prozent stiegen die Eigenheimpreise im landesweiten Durchschnitt. In den Städten mit über 40.000 Einwohnern liegt dieser Wert mit 5,3 Prozent etwas höher. Die exorbitanten Preissprünge der vergangenen Jahre waren allerdings nicht mehr zu beobachten. Ausnahmen bilden Worms (+ 18 %) und Kaiserslautern (+ 8,7 %), wo noch die deutlichsten Veränderungen erkennbar waren. Während in der Landeshauptstadt Eigenheime in sehr guten Lagen mit 695.000 Euro 1 Prozent teurer tendierten und auch in Trier mit einem Plus von 3 Prozent eher moderate Veränderungen zu beobachten waren, stiegen in Neuwied in diesem Segment die Preise von 290.000,- auf 320.000,- Euro (+ 10 %). Vergleichsweise günstig sind die besten Lagen von Pirmasens mit Hauspreisen von um die 260.000,- Euro. Zu Preisrückgängen kam es in keiner der größeren Städte.

Bei den kleineren Städten und Gemeinden mit bis zu 40.000 Einwohnern präsentiert sich ein sehr uneinheitliches Bild. Lediglich in Bad Dürkheim, Idar-Oberstein und Zweibrücken waren starke Preisveränderungen im zweistelligen Prozentbereich zu erkennen. In Andernach stiegen die Eigenheimpreise in sehr guten Lagen von 440.000 Euro auf 480.000 Euro (+ 9 Prozent). In den sehr guten Lagen von Bingen stiegen sie von 690.000 Euro auf 700.000 Euro (+ 1 Prozent). Kaum preisliche Bewegung hingegen wurde in Alzey und in Haßloch beobachtet. Auch in vielen kleinen Landkommunen stiegen die Preise, wenn auch die großen Ausreißer fehlen.

Eigentumswohnungen sind in ganz Rheinland-Pfalz deutlich teurer geworden. Im Landesschnitt legten die Preise um 5,9 Prozent (Vorjahr + 6,5 %) zu. Doch auch hier sind es – bis auf einige Ausnahmen wie Neuwied oder Speyer – eher die kleineren Kommunen, die die Preisdynamik befeuern. So weisen Orte wie Kirchheimbolanden, Nierstein und Linz durchweg zweistellige Steigerungsraten auf – sowohl im Neubau, als auch im Bestand.
Die höchsten Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen in Spitzenlage finden sich nach wie vor in Mainz mit 4.700,- Euro (+ 4 %). Besonders günstig ist es hingegen in Pirmasens: Unverändert 300,- Euro pro Quadratmeter kosten dort ältere Bestandswohnungen.

Gewerbeimmobilien
Im gesamten Bundesland gab es – bis auf einzelne, regionale Ausreißer - wenig Bewegung bei gewerblichen Mietpreisen. Die Ladenmieten behaupteten sich weitestgehend, hier und da waren sogar Preisnachlässe zu verzeichnen. Augenfällig war die Entwicklung in den 1A-Lagen von Großstädten wie Mainz, Koblenz und Ludwigshafen, wo es im dritten Jahr in Folge zu deutlichen Rückgängen kam.
Die Büromieten hingegen verteuerten sich landesweit um durchschnittlich knapp 2 Prozent. In den Großstädten verharrten die Preise weitestgehend auf Vorjahresniveau, nur in Koblenz war ein durchschnittlicher Preissprung von über 6 Prozent feststellbar.

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