Immobilienverband IVD West

Gesetzliche Fortbildungsverpflichtung nach MaBV

Ende des ersten Dreijahreszeitraums – Rollierend oder fester Zeitraum?

Seit dem 01. August 2018 sind Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter sowie deren Mitarbeiter, die an der erlaubnispflichtigen Tätigkeit mitwirken, zur Weiterbildung verpflichtet. Hierzu müssen innerhalb von drei Jahren 20 Fortbildungsstunden absolviert werden. Personen, die sowohl makeln also auch verwalten, müssen 40 Stunden Weiterbildung in drei Jahren nachweisen.

Mit Ablauf des Jahres 2020 endete der erste Dreijahreszeitraum. Die Aufsichtsbehörden können nun prüfen, ob der Pflicht nachgekommen wurde. Da es keinen festen Dreijahreszeitraum gibt, kann es aber auch sein, dass erst im nächsten Jahr geprüft wird. Dann werden die jeweils drei vorangegangenen Kalenderjahre geprüft.

Gelegentlich wird die Ansicht vertreten, dass es sich um feste Dreijahreszeiträume handelt, was dazu führen würde, dass seit 1. Januar 2021 eine neuer Dreijahreszeitraum begonnen hätte, der erst wieder 2024 geprüft wird. Nach Einschätzung des DIHK trifft diese Annahme nicht zu, da es stets auf die drei Kalenderjahre ankommt, die der Überprüfung vorausgehen. Wird ein Makler oder Verwalter  beispielsweise im Jahr 2022 geprüft, muss er seine Weiterbildungsnachweise für 2019/2020/2021 erbringen. Hat jemand seine Erlaubnis nach § 34c GewO im Jahr 2020 erlangt, so muss er erst im Jahr 2023 seine Weiterbildungsmaßnahmen für den Zeitraum 2020/2021/2022 vollständig nachweisen können.

Fazit: Am Ende eines jeden Kalenderjahres muss man stets mindestens 20 Stunden auf dem „Dreijahres-Konto“ haben. Um ein Konto zu führen, bietet der IVD seinen Mitgliedern  im internen Bereich ein entsprechendes Tool an.

Beispiel: Makler M absolvierte im Jahr 2018 sieben Weiterbildungsstunden. Im Jahr 2019 waren es acht, 2020 noch fünf. Damit hatte M Ende 2020 die geforderten 20 Stunden. Bis Ende 2021 muss M mindesten sieben Stunden absolvieren, um Ende 2021 wieder auf 20 Stunden zu kommen.

 

Beim Wechsel des Arbeitsverhältnisses können bereits absolvierte Weiterbildungsstunden in das neue Unternehmen „mitgenommen“ werden. Die entsprechenden Nachweise müssen dem neuen Arbeitgeber vorgelegt werden.

In NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind die Ordnungsämter der Städte dafür zuständig, zu prüfen, ob Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter ihrer Fortbildungsverpflichtung nachgekommen sind. Es besteht jedoch keine Pflicht der Gewerbetreibenden, Fortbildungsnachweise regelmäßig bei der Behörde vorzulegen. Erst auf Anordnung der Behörde müssen Makler und Verwalter Nachweise über die Erfüllung der Fortbildungsverpflichtung vorlegen. Teilen Wohnimmobilienverwalter oder Immobilienmakler der Behörde nicht mit, welche Fortbildungen sie absolviert haben, so ist dies eine Ordnungswidrigkeit, bei der ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro droht.

Bei allen Veranstaltungen und (Web-)Seminaren, die der IVD West plant und anbietet, wird im Vorfeld intensiv geprüft, ob die Inhalte den Maßgaben der gesetzlichen Vorgaben entsprechen und in welchem Zeitumfang sie nach MaBV relevant sind. Bei den diesbezüglichen Einladungen wird die genaue Stundenzahl beziffert. Auch für welche Berufsgruppe (Makler oder Verwalter) die Veranstaltungen anrechenbar sind, ist ausgewiesen. Die entsprechenden Terminübersichten finden sich auf der Internetseite des Verbands:
https://west.ivd.net/seminarbuchung/
https://west.ivd.net/veranstaltungsbuchung/

Auch die Angebote der verbandseigenen Europäischen Immobilien Akademie sind in der Regel im Rahmen der gesetzlichen Pflicht, 20 Stunden innerhalb von drei Jahren nachzuweisen, anrechenbar. Weitere Informationen sind auf der Homepage der EIA zu finden: https://www.eia-akademie.de/