Immobilienverband IVD West

Wohnungsmieten im Ruhrgebiet steigen um 3,7 Prozent, Eigenheimpreise um 3,4 Prozent

(Essen, 16.03.2017) +++ Die Mieten für Wohnraum sind in der Region zwischen Duisburg und Dortmund in den letzten zwölf Monaten im Durchschnitt um 3,7 Prozent (Vorjahr: + 2,5 %) gestiegen. Den größten Sprung machten dabei die Mieten in Gelsenkirchen und Dortmund. Für eine 3-Zimmer-Wohnung von mittlerem Wohnwert stiegen sie dort um 5 bis 6 Prozent. Auch in Duisburg, Bochum und Essen ist ein lebendiger Markt zu beobachten mit Mietsteigerungen von um die 2 Prozent. Stagnation auf dem Mietmarkt jedoch ist in Städten wie Oberhausen, Mülheim oder Bottrop zu verzeichnen. Dies geht aus dem Preisspiegel NRW-Wohnimmobilien 2017 des Immobilienverbands Deutschland, IVD West, hervor. Die daraus vorab veröffentlichten Zahlen für das Ruhrgebiet wurden heute in Essen vorgestellt.

Mit durchschnittlich 7,40 Euro pro Quadratmeter (+ 2 %) liegt Essen bei der Nettokaltmiete im mittleren Wohnwert an der Spitze des Mietpreisrankings im gesamten Ruhrgebiet. Auf Platz zwei kommt hier die Nachbarstadt Mülheim an der Ruhr, wo in diesem Segment unverändert eine Durchschnittsmiete von 6,50 Euro verlangt wird. Den gleichen Wert weist Dortmund in diesem Segment auf, was eine Steigerung von immerhin 5 Prozent bedeutet. Alle Werte sind Schwerpunktpreise und bilden die Situation im jeweils gesamten Stadtgebiet ab. Zum Beispiel auch in Recklinghausen, der einzigen Ruhrgebietsstadt, die im Untersuchungszeitraum einen Mietrückgang (- 4 %) verzeichnete.

Leichte Preissteigerungen bei Kaufimmobilien

Im Bereich der Kaufimmobilien profitiert das westliche Ruhrgebiet weiterhin von den Entwicklungen an der Rheinschiene. Doch auch in Dortmund und Bochum ziehen die Preise an. Dazu motivieren die auf niedrigem Niveau verharrenden Zinsen nicht nur private Nutzer zum Eigenheimerwerb, sondern auch Mittelständler und Freiberufler, die Betriebsstätten respektive Firmensitze zu erwerben. Dies kommt dann wiederum der gesamten Region zu Gute und stabilisiert nachhaltig die Nachfrage nach Wohnraum im Ruhrgebiet. In den vier Großstädten Bochum, Dortmund, Duisburg und Essen stiegen die Preise für Eigenheime im vergangenen Jahr im Durchschnitt um 2 Prozent. Eigentumswohnungen aus dem Bestand verteuerten sich dort durchschnittlich sogar um mehr als 5 Prozent. 

Bei Eigentumswohnungsprojekten im Neubau-Luxussegment waren wie im Vorjahr noch einmal deutliche Preissprünge zu verzeichnen, insbesondere an den Rändern des Ruhrgebiets. So stiegen die Preise beispielsweise in Dorsten um 9 Prozent und in Witten sogar um 13 Prozent. Mit Quadratmeterpreisen von 2.600 Euro liegt man dort aber noch weit entfernt vom Luxuslagen-Spitzenreiter, dem Essener Süden mit 4.150 Euro.

Der Preisspiegel des IVD West weist aus, dass auch im mittleren Qualitätssegment die Preise für Eigentumswohnungen aus dem Bestand insgesamt wieder etwas angezogen sind. Die größte Steigerung ist hier in Duisburg zu beobachten (+ 11 %). In Dortmund bildet der Quadratmeterpreis mit 1.500 Euro (+ 3 %) in mittelguten Lagen die Spitze in der gesamten Region, knapp gefolgt von Recklinghausen mit 1.450 Euro.

Auf dem Markt für Einfamilienhäuser ist die Entwicklung moderater. Parallel zum Preisanstieg in den Großstädten sind in mittleren und kleineren Kommunen verbreitet Steigerungsraten von 2 bis 4 Prozent zu beobachten. Während in Städten wie Bottrop oder Gladbeck die Preise stabil blieben, kam es in Mülheim zu Verteuerungen von 4 bis 11 Prozent in den verschiedenen Lagen. Dass sich Einfamilienhäuser wie in Bochum und Essen um durchschnittlich 2 bis 3 Prozent verteuerten, kann stellvertretend stehen für die Gesamtentwicklung an der Ruhr. Ausreißer ist Recklinghausen mit zweistelligen Preissteigerungsraten. Den höchsten Schwerpunktpreis für ein freistehendes Eigenheim müssen Verbraucher aktuell mit 860.000 Euro im Essener Süden zahlen.

Die großen Vier im Detail

In Bochum stieg die Miete im Schnitt – über alle Lagen und Baujahre – in den letzten zwölf Monaten um 1,4 Prozent.  Eigenheime verteuerten sich um 2 Prozent und Neubau-Eigentumswohnungen um 3,6 Prozent. Die Preise für Baugrundstücke stiegen um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Dortmunder Markt tendierte etwas dynamischer. Die Mieten stiegen im stadtweiten Schnitt um 4,6 Prozent, die Preise für Einfamilienhäuser um 4 Prozent. Eigentumswohnungen waren 2,3 Prozent teurer und bei Baugrundstücken ist ein Plus von 6 Prozent zu verzeichnen.

Duisburg bietet ein uneinheitliches Bild. Während bei Mieten (+ 1,75 %), Eigenheimen (+ 1,75 %) und Eigentumswohnungen (+2,5 %) nur leichte Preissteigerungen zu verzeichnen waren, ist bei Baugrundstücken mit 8 Prozent eine deutliche Verteuerung zu beobachten.

In Essen ist traditionell ein anderes Segment stark: Die Preise für neu gebaute Eigentumswohnungen stiegen im Durchschnitt um 10 Prozent – die höchste Steigerungsrate in der gesamten Region. Einfamilienhäuser notieren mit einem Plus von 2 Prozent und Baugrundstücke mit einem Plus von 4 Prozent. Die durchschnittliche Miete in Essen liegt aktuell um 4,6 Prozent höher als im Vorjahr.

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